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Der Hauptverein |
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Am 22. September 1945 kommen 44 Sportler/Innen aus verschiedenen
"Altvereinen", im Klubhaus an der Johanniswiese zusammen und gründen den "Verein
für Volkssport".
Der neu gegründete Verein setzt sich aus 18 Vorgängervereinen zusammen: Arbeiter
Turn- und Sportverein "Vorwärts" von 1895, Freie Turnerschaft Moritzberg von
1904, Fußballverein "Britania" von 1904, Fußballclub "Preußen" von 1907, Freie
Schwimmer von 1913, Freie Sportliche Vereinigung von 1918, Verein für
Rasenspiele von 1920, Hildesheimer Sportverein von 1927, Turnklub von 1930,
Radsportverein "Hildesia" von 1932, Sportverein "Jungborn" (nachgewiesen seit
1919), Radfahrverein "Fahr Wohl" (1925*1), Radfahrverein "Schwalbe"
(1925*1), Freie Kegler (1926*1), Kraftsportverein "Frisch
Auf" (1926), Boxfreunde (1927*1), Arbeiter-Kegler Ortsgruppe
Hildesheim (1927*1), Kanuklub "Möwe" (1928*1).
*1 Erste urkundliche Nennung
Erster Vorsitzende des VfV wird Nikolaus Oppelt, ihm folgt 1948 Heinrich Wolter.
1953 wird Ernst
Kipker,
späterer Oberkreisdirektor des Landkreises Hildesheim, Vorsitzender des Vereins
und behält diese Funktion bis 1990 inne. Bis zu seinem Tode am 15. April 1991
bleibt er dem VfV als Präsident erhalten. Ernst Kipker prägte den VfV, unter ihm
entwickelte sich der Verein zu einem der wenigen Großvereine im Raum Hildesheim.
Das sportliche Angebot des neuen Vereins bilden zunächst die Sparten Fußball,
Handball, Schwimmen und Turnen. Dabei handelt es sich um die wichtigsten von den
aufgelösten Vereinen überlieferten Sportarten.
Aus Vorgängervereinen kommt 1946 Radsport, 1948 Leichtathletik, 1953
Spielmannszug und erst 1976 Kegeln hinzu.
In den 70er Jahren erlebt der VfV einen kleinen Gründungsboom von neuen
Abteilungen: Hockey (1971), Tennis (1975) und Badminton (1975) werden gegründet.
1985 werden die American Footballer "Invaders" (gegründet 1983) in den Verein
aufgenommen, 1986 geht aus der Turnabteilung die Sparte Volleyball als
eigenständige Abteilung hervor. Zeitweise wird bei den Turnern Basketball, bei
den Schwimmern Triathlon, Wasserball und Tanzen angeboten.
Fußball
Mit dem Namen VfV Hildesheim wird - zumindest überregional - eigentlich immer
zuerst an den VfV als Fußballverein gedacht. Spielen die Fußballer des VfV doch
nach ihrem Aufstieg 1958 in der Oberliga Nord, der höchsten deutschen
Spielklasse. 1961 macht sich der VfV Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz
und damit auf die Teilnahme an den Spielen zur Deutschen Meisterschaft. Noch
immer erzählen "alte" Hildesheimer von einer denkwürdigen Begegnung aus diesem
Jahre 1961, als der Hamburger SV mit 3:0 an die Elbe zurück geschickt wird. In
den Reihen der Hamburger, immerhin 1960 deutscher Fußballmeister, spielt u.a.
ein gewisser Uwe Seeler. Am Ende der Saison steht nur der HSV und der SV Werder
Bremen (verlor beim VfV mit 3:1) vor den Hildesheimern. Am Rande sei erwähnt,
das Hannover 96 zweimal mit 3:1 besiegt wird.
Als die Fußball-Bundesliga gegründet wird ist der VfV nicht mit dabei, das
gleiche Los wie den FC Bayern München - die zweite Liga - trifft auch die
Hildesheimer Fußballer. 1967 kann auch die Regionalliga Nord nicht mehr gehalten
werden und der langsame Abstieg geht weiter. Noch einmal kann der Hildesheimer
Fußball, durch einen 3:0 Erfolg über den Zweitligisten Alemania Aachen, im
DFB-Pokal 1977 aufhorchen, die Mannschaft muss in der folgenden Runde jedoch
beim Hamburger SV antreten und unterliegt mit 0:6.
Die Fußballabteilung verlässt im Jahre 2003 unter dem Namen "VfV Hildesheim FC"
den Gesamtverein und fusioniert ein paar Monate später mit dem SV Borussia 06
Hildesheim zum "VfV Borussia 06 Hildesheim", ein Jahr später folgt der Abstieg
aus der Oberliga.
Handball
Mit den ersten Punktspielen nach dem Krieg, beginnen die Handballer schon 1945
mit acht Mannschaften und der VfV ist mit dabei. Besonders Siegfried Kopper
sen., Mitbegründer der Handballabteilung hat großen Anteil am erfolgreichem
Aufbau der Sparte, von 1945 bis 1970 wirkt er im Vorstand, ab 1956 als
Vorsitzender mit. Die erste und damals einzige Hildesheimer Damenmannschaft
spielt bereits 1941 beim TuSS 07, die Frauen schließen sich nach dem Krieg dem
VfV an. Der Herrenmannschaft gelingt schon 1948 der Aufstieg in die
Bezirksklasse, sie gehört zu den besten des Bezirks und gewinnt die Stadt- und
Bezirksmeisterschaft.
Nach einer längeren Durststrecke stellen die Handballer in den sechziger Jahren
wieder eine erfolgreiche Mannschaft. Das Team spielt in der Bezirksliga, zur
damaligen Zeit die zweithöchste Spielklasse in Deutschland. Der schönste Erfolg
gelingt 1964, als der Lokalrivalen Eintracht Hildesheim, in dessen Reihen
Nationalspieler Bernd Munck spielt, mit 15:13 bezwungen wird.
Eine Damenmannschaft kann erst wieder Ende der Fünfziger gestellt werden, die
Frauen müssen allerdings ihre Spiele im (damaligen) Kreis Alfeld (Leine)
bestreiten, da es in Hildesheim keine anderen Mannschaften gibt. Als Aufsteiger
dürfen die Damen, mit einer Sondergenehmigung, schließlich im Bezirk Hannover
mitspielen.
Die Umstellung von Groß- auf Kleinfeld, bzw. zur Halle hat die Entwicklung nicht
gerade positiv beeinflusst. Das Ausscheiden von Erfahrenden Spielern kann nicht
mehr ausgeglichen werden und auch ein Beleben der Jugendarbeit bringt nur
kurzfristigen Erfolg.
Als im Jahre 1999 zum letzten Mal eine Mannschaft an den Punktspielen teilnimmt,
kann die Saison nicht zu Ende gespielt werden, der Vorstand scheidet vor Beendigung
seiner Amtszeit aus dem Verein aus und der Handballsport ruht seitdem beim VfV.
Schwimmen
Einen schweren Nachkriegsstart hatten die Schwimmer, wurde doch die Badehalle
beim Bombenangriff 1945 zerstört und die Johanniswiese (Jo-Wiese) von den Briten
beschlagnahmt. Nachdem es 1948 zum Wiederaufbau der Schwimmhalle an der
Speicherstraße kommt steht ein 18 Meterbecken den Schwimmern zur Verfügung. 1957
gründet die Abteilung eine Kunstschwimmergruppe und stellt Anfang der 60er Jahre
die vierte Mannschaft der VfV-Handballabteilung. 1961 kommt es zum Streit mit
dem Hauptverein, woraufhin sich viele Aktive dem Poseidon Hildesheim
anschließen. Im Jahre 1965 treten die Gehörlosen der Sparte bei. Aus sportlicher
Sicht sind besonders erwähnenswert, die Aufstiege der Herren (1986 und 1995) und
der Damen (1987 und 1994) in die zweite Bundesliga, sowie den Triathleten 1995.
Aber auch gute Einzelleistungen erzielen die Sportler der Schwimmabteilung, so
z.B. Tim Strube der 1994 mit der 4x100 Meter Freistielstaffel die Silbermedaille
bei der Jugend-Europameisterschaft gewinnt. Steffen Smollich über 100 Meter
Lagen den zweite Platz bei den Deutschen Sprintmeisterschaften 1994 gewinnt.
Seit der Gründung der SG (später EVI) Hildesheim konzentriert man sich besonders
auf den Jugend- und Senioren (Mastersbereich) und kann einige Erfolge
verzeichnen.
Turnen
Der Vorgängerverein der Tunabteilung, der Arbeiterturnverein "Vorwärts" wird
1895 gegründet. Die Turnabteilung konzentriert sich nach dem Krieg auf den
Breitensport und bietet Turnen für die ganze Familie an. Die vielen
verschiedenen Gruppen können hier nicht alle aufgezählt werden, den Schwerpunkt
bildet jedoch sicher das Spielangebot für Kinder. Über das ganze Jahr verteilt
werden immer wieder verschiedene Veranstaltungen, wie Wanderungen, Radtouren,
Sport- und Spielfeste angeboten. Jahrelang veranstalten die Turner erfolgreich
den Kinderkarneval, an dem nicht nur die Abteilungskinder gern teilnehmen. In
den 80er und 90er Jahren sind auch die u.a. von der Turnabteilung organisierten
Vereinsfußball-Turniere eine beliebte Veranstaltung, treten doch bei diesem
Turnier die verschiedenen Abteilungen des VfV gegeneinander an.
Radsport
Der Radsportverein "Hildesia Hildesheim", 1932 gegründet, erhält zwar bald nach
dem 2. Weltkrieg die Neuzulassung, die Militärregierung beschließt jedoch die
sportlichen Tätigkeiten auf Großvereine zu beschränken. Aus diesem Grund und in
der Hoffnung auf eine Radrennbahn schließen sich die "Hildesia" Radsportler 1946
dem VfV an.
Das erste Radrennen findet 1947 auf der Aschenbahn des A-Platzes
(Friedrich-Ebert-Stadion) statt, ein Jahr später wird die Aschenbahn des
B-Platzes wieder befahrbar und mit einen pachtvollem Rennen eröffnet. Ab 1950
werden die noch zu flachen Kurven durch Trümmerschutt erhöht und in einer
mühevollen vierjährigen Bauzeit entsteht eine 400 Meter lange und 7 Meter breite
Asphaltbahn, mit 1,50 Meter hohen Kurven.
Bei dem Radsport stehen Einzelleistungen im Vordergrund, Werner Pötzernheimer
wird mehrfacher Deutscher Meister der Amateure und Profis im Sprint und sogar
Olympiasieger! Rudi Theissen fährt Straßenrennen als Amateur und Profi, 1955
gewinnt er die Deutschlandrundfahrt. Horst Artmann unternimmt 1960 eine
Drei-Erdteile-Wanderfahrt rund um das Mittelmeer und legt dabei eine Fahrstrecke
von 14620 km zurück. In den 80er Jahren sind die Jugendlichen erfolgreich und
gewinnen mehrere Niedersächsische Meisterschaften auf der Bahn, Straße und im
Cross. Im Damenbereich gewinnt Martina Bewig mehrere Landesmeistertitel und
erreicht gute Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften.
Ab 1979 wird das Volksradfahren "Rund um die sieben Berge" veranstaltet, 1974
wird das schon 31-Mal durchgeführte VfV-Osterrennen in die Innenstadt verlegt.
An acht Rennabenden wird ab 1971 die "Hildesheimer Sommerbahnmeisterschaft" und
ab 1992 das "Hildesheimer Radsport-Bahn-Festival" veranstaltet.
Leichtathletik
Erfolgreich waren in den Anfangsjahren besonders die Leichtathleten. In den
fünfziger Jahren werden fünf Deutsche- und 17 Niedersachsen Meisterschaften
errungen. Die bekanntesten Athleten waren Kurt Ernst, Walter Müller und Dieter
Schreiber, die in der 3x1000 Meter-Staffel 1956 den Deutschen Hallentitel
gewannen und im Freien den zweiten Platz belegten, nachdem sie ein Jahr zuvor
Niedersachsenmeister wurden.
Dieter Schreiber lief 1956 in Brüssel mit der 4x800 Meter Nationalstaffel
Deutschen Rekord. Neben Dieter Schreiber steht auch Walter Müller in den
fünfziger Jahren in der Nationalmannschaft. Sigrid Goydtke bestreitet 1972 auf
den Sprintstrecken der Frauen Ländervergleiche gegen die USA und die Schweiz.
In den achtziger Jahren stellen die Junioren zahlreiche Niedersachsen- und
Norddeutsche Meister und erzielen gute Ergebnisse bei den Deutschen
Meisterschaften.
Spielmannszug
Als 1953 der Spielmannszug gegründet wird, finden die Übungsstunden anfangs auf
dem VfV-Gelände statt, als jedoch immer mehr Musiker dazukommen werden die
Übungsstunden ins Haus der Jugend verlegt. Eine männliche Jugendgruppe wird 1960
gegründet, 1965 gefolgt von einer weiblichen. Der Spielmannszug bemüht sich um
ein eigenes Klubhaus und Helmut Leszczak und Ernst Kipker haben bei
Verhandlungen mit der Stadt Erfolg, 1980 wird ein vereinseigenes Klubhaus am
Müggelsee bezogen. Als die Stadt jedoch das Gebäude verkauft sucht und findet
der Spielmannszuge in einem Schulpavillon der Justus-Jonas-Schule eine neue
Bleibe. Nachdem 1993 das 40-jährige Bestehen gefeiert wird, beginnt die Suche
nach einer neuen Unterkunft und wird in den Kellerräumen der Justus-Jonas-Schule
gefunden. Mehr als 1000 Spielleute bildet Helmut Leszczak, der den Spielmannszug
von 1953 bis zu seinem Tode 1993 leitet, in seiner 40-jährigen Tätigkeit aus. An
dem Landesturnfest 1955 in Göttingen nehmen die Spielleute teil, viele weitere
sollten folgen. Immer wieder beteiligt sich der Spielmannszug auch an
Wertungsmusizieren, 1989 erspielt der Zug den ersten Rank in der Oberstufe in
Eschershausen. Ende der 90er Jahre verlassen die Spielleute den VfV und gründen
einen eigenständigen Verein.
Die sieben Abteilungen (Fußball, Handball, Schwimmen, Turnen, Radsport,
Leichtathletik und Spielmannszug) prägen über viele Jahre das Bild des Vereins.
Erst Anfang der 70er Jahre kommen neue Sparten hinzu. Diese neuen Abteilungen
haben es jedoch, im Vergleich zu den Gründungssparten, wesentlich schwerer sich
in den sportlichen Vordergrund zu spielen, so müsste z.B. eine
Tennis-Herrenmannschaft zwölf Mal aufsteigen um in der Regionalliga spielen zu
können.
Hockey
Etwas leichter sich in die oberen Spielklassen zu spielen, haben es die
Hockey-Damen, die 1983 und 1984 an der Aufstiegsrunde zur Hallen-Bundesliga
teilnehmen. Die weibliche A-Jugend wird 1979 in der Halle Norddeutscher Meister
und Deutscher Vizemeister. Die Hockeyabteilung, die 1971 u.a. von Hanna und
Fritz Bayer gegründet wird, kann schon nach wenigen Monaten erste Erfolge
erzielen. Mit den Damen wird die erste Mannschaft bei den Punktspielen gemeldet,
aus dieser Mannschaft werden insgesamt sieben Spielerinnen in die
Niedersachsenauswahl berufen. Im November formiert sich außerdem eine
Herrenmannschaft. Die ersten nennenswerten Erfolge erzielen 1975 die Damen. In
der Oberliga spielend wird der zweite Tabellenplatz erzielt und somit die
Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft geschafft, wo am Ende der
vierte Platz belegt wird. Die gute Jugendarbeit wird 1976 mit der
Hallen-Vizemeisterschaft der weiblichen B-Jugend auf Landesebene unter Beweis
gestellt. Zum Saisonbeginn 1977 wird das erste Feldspunktspiel der Damen auf dem
eigenen Hockeyplatz ausgetragen. Im Jahre 1986 kommt es zu einer Austrittwelle,
da viele Aktiven den neu gewählten Vorstand nicht anerkennen. Zusammen mit dem
bisherigen Abteilungsleiter Klaus Gleitz gründen sie beim MTV 48 Hildesheim eine
neue Hockeyabteilung. Nach dem Umbau des C-Platzes in einen Kunstrasenplatz,
können 1991 die Damen mit dem Aufstieg in die Oberliga nochmals einen Erfolg
feiern. Da es in den letzten Jahren immer weniger interessierte Hockeyspieler in
Hildesheim gibt, haben sich die noch bestehenden Hockeyabteilungen in Hildesheim
zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen.
Tennis
Bevor es zur Gründung der Tennisabteilung kommt vergehen viele beschwerliche
Jahre. Im August 1975 findet schließlich die Gründungsversammlung der Abteilung
statt, an der 98 Mitglieder teilnehmen und mit Dr. Hermann Ehlert ihren ersten
Vorsitzenden wählen. Noch im selben Monat wird der Spielbetrieb auf zwei
Tennis-Hartplätzen aufgenommen. Eine Tennishalle, nicht mehr benötige Lagerhalle
des Senkingwerkes, kann 1977/78 in Eigenarbeit ab und auf dem VfV-Gelände wieder
aufgebaut werden. Der dritte Tennisplatz, ein Rotgrandplatz, wird im April 1979
eingeweiht, 1981 kommen die Plätze 4 und 5 als zusätzliche Spielstätten neu
hinzu. In den nächsten Jahren werden die zwei Hartplätze zu Rotgrandplätzen
umgebaut, Umkleidekabinen werden geschaffen, durch sanitäre Anlagen erweitert,
ein Aufenthaltsraum wird 1989 eingeweiht und der Außenbereich wird neu
gestaltet.
Die ersten Vereinsmeisterschaften finden 1976 statt und 1980 nimmt erstmals eine
Damen- und eine Herrenmannschaft erfolgreich am Punktspielbetrieb teil. 1981
erfolgt die Meldung von einer zweiten Herren- und einer ersten
Juniorenmannschaft. Ab Mitte der 80er Jahre werden nicht nur Damen- und Herren-,
sondern auch verschiedene Senioren-Vereinsmeisterschaften ausgetragen, dazu die
Konkurrenzen im Doppel und in der Jugend. Ende der 80er kommt es zum Umbruch im
Herrenbereich, so dass die erste Herrenmannschaft, nach einer Übergangszeit,
komplett vom Nachwuchs gestellt wird. In den erfolgreichen Folgejahren, mit dem
Staffelsieg von 1991 ist erstmals die Bezirksebene erreicht, werden in vier
Jahren drei Aufstiege erzielt und somit die Bezirksliga erreicht. Weitere
Seniorenteams werden gemeldet, es finden Um- und Neumeldungen statt, auf die
Meldung eines zweiten Herrenteams wird Mitte der 90er Jahren verzichtet, wodurch
zeitweise auch die erste Mannschaft in Schwierigkeiten gerät. Damen 40, Herren
30 und Herren 40 spielen auf Bezirksebene, die Damen 50 und die Herren 60
erreichen die Verbandsklasse und können sich in dieser Spielklasse jahrelang
etablieren. Im Jahre 2001 werden insgesamt 10 Seniorenmannschaften, so viele
Teams wie nie zuvor gemeldet und bescheren einen übervollen Spielplan. Die
offenen Vereinsmeisterschaften - VfV-Open - finden von 1996 bis 2000 großen
Zuspruch, der Erlös wird jeweils einem karitativen Zweck gespendet.
Ein trauriger Höhepunkt ist das Feuer, welches 1999 die alte Tennishalle
zerstört, stecken doch unzählige unentgeltliche Arbeitsstunden und das Herzblut
vieler Mitglieder in den Mauern dieser Halle. Zwei Jahre später wird eine neue
Halle, zusammen mit einem Gymnastiktrakt, fertig gestellt.
Badminton
Im selben Jahr wie die Tennisabteilung erblickt, unter dem Vorsitz von Jürgen
Hagedorn, die Badmintonabteilung das Licht der Welt. Die Sportart, in Hildesheim
von keinem anderen Verein angeboten, findet in den ersten Jahren einen stetigen
Zulauf, auf über 100 Mitglieder steigt die Zahl im Jahre 1980. Eine erste
Punktspielmannschaft bildet sich 1976, aus einer zuerst reinen Hobbytruppe. Dem
Team gelingt mehrmals der Aufstieg und 1981 führt der Höhenflug bis in die
Landesliga. Neben weiteren Punktspielmannschaft werden auch Jugendteams
gebildet, dem Nachwuchs gelingt der Staffelsieg in der Kreisebene und 11 Titel
bei den Kreismeisterschaften werden verbucht.
Mithilfe eines großen Spielerpotential und dem Anschluss von einigen namhaften
Spielern, wird in den folgenden Jahren der kontinuierliche Aufbau und sportliche
Erfolg fortgesetzt.
Neben den guten Mannschaftsleistungen ragt vor allem Jörg Feldmann heraus.
Feldmann wird in den Jahren 1981 bis 1988 auf Landesebene 15-Mal Titelträger und
steht auf norddeutscher Ebene 17-Mal auf dem Treppchen. Ein dritter Platz bei
den Teilnahmen an den Deutschen Meisterschaften vervollständigen seine
beeindruckende Bilanz.
Kegeln
1976 wird die Kegelabteilung unter dem Vorsitz von Fritz Knackstedt gegründet,
die "Freien Kegler" (1926) und die "Arbeiter-Kegler" (1927) sind die
Vorgängervereine der neuen Sparte. Nur 16 Jahre wird die Zeit der
VfV-Kegelabteilung andauern, denn als die 1. Vorsitzende Marlies Laschewski ihr
Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegt, findet sich kein Nachfolger.
In den ersten Jahren werden interne Wettkämpfe, wie Abteilungsmeisterschaften
und Turniere Damen gegen Herren durchgeführt. Schon 1977 beteiligen sich die
Herren am Punktspielbetrieb und erreichen 1980 den Aufstieg in die Kreisliga.
Doch 1981 folgt der Abstieg, die Mannschaft bricht auseinander und der
Punktspielbetrieb wird eingestellt. Bei den Turnieren des Vereins Hildesheimer
Kegler können die Damen 1984 den ersten Platz auf Schere und 1986 den ersten
Platz auf Bohle belegen. 1984 wird Rosemarie Mahn beste Einzelkeglerin auf Bohle
und Schere. Neben den Kegeltreffen entwickeln sich verschiedene Fahrten und
Veranstaltungen zu beliebten Freizeitaktivitäten, bis die Kegeltruppe sich
schließlich 1992 auflöst.
American Football
Die "Hildesheim Invaders", 1983 gegründet, haben in ihren Anfangsjahren das
Problem einen Trainings-, bzw. Spielplatz zu finden. Im Jahre 1985 erklärt sich
der VfV bereit, die American Footballer als zwölfte Abteilung mit in den Verein
aufzunehmen. Die "amerikanischen Fußballer" sind fortan schon von weitem gut
zuerkennen, was nicht nur an den "dicken" Männern der "Defence", sondern auch an
den VfV-untypischen blau-gelben Trikots liegt. In den Anfangsjahren kann die
neue Abteilung, besonders im Jugendbereich, viele neue Mitglieder gewinnen. Die
"neue" Sportart, noch dazu aus den USA, dazu viel Show und die hübsche Mädels
der Cheerleader animieren zudem viele Hildesheimer zu einem Spielbesuch. Da die
meisten Zuschauer mit dem Regelwerk nicht oder nur wenig vertraut sind, muss
jeder Spielzug laut kommentiert werden. 1986 sind die Footballer Meister in der
Regionalliga Nord, der zweithöchste Spielklasse in Deutschland. Beim
anschließenden Turnier der Regionalligasieger "Silver Bowl" wird der zweite
Platz belegt. Den größten Erfolg feiern die American Footballer mit dem Aufstieg
in die Bundesliga (1989). Von nun an tragen die Footballer zeitweise ihre
Spiele, neben den Fußballern, im Friedrich-Ebert-Stadion aus und können mehr
Zuschauer als die Fußballer begrüßen. Noch immer muss jeder Spielzug extra
Kommentiert werden, so dass gerade die Tennisspieler zwangläufig zu
Regelexperten werden. Als nach einigen Jahren das Interesse an der neuen
"exotischen" Sportart nachlässt, können Abstiege nicht verhindert werden. Im
Jahre 2003 treten viele Abteilungsmitglieder aus dem Verein aus und schließen
sich Eintracht Hildesheim an, wo sie auf dem verwaisten Hockeyplatz eine neue
Spielstätte finden.
Volleyball
Anfang der 80er Jahre bilden einige Turner eine Volleyballgruppe und beginnen in
der Sporthalle Bromberger Straße mit dem Training. Unter Lothar Pollacks
Anleitungen betreiben 1985 schon mehr als 40 Aktive den Sport in einem
Hobbyteam, einer Damenmannschaft, die am Punktspielbetrieb teilnimmt und einer
Nachwuchsmannschaft. Die Volleyballgruppe äußert schließlich den Wunsch sich von
der Turnabteilung zu lösen und eine eigene Sparte zu bilden. Diesem Wunsch
entsprächen die Turner im Jahre 1986 und die eigenständige Abteilung Volleyball
wird gegründet. Das Trainingsangebot kann mit Übungszeiten in der neu gebauten
Sporthalle Stadtmitte ausgeweitet werden, zu dem breiten Angebot kommen
Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren neu hinzu.
Über mehrere Jahre veranstalten die Volleyballer ein Turnier für
Mixedmannschaften und können 1986 mit dem zweiten Platz ihr bestes Ergebnis
erzielen. Der Weggang und die Krankheit von wichtigen Spielern kann 1990 nicht
kompensiert werden, so dass die Abteilung zeitweise vor dem Aus steht. Der
Tiefpunkt wird überschritten und einige Zeit später kann wieder eine Mixedgruppe
an Turnieren für Hobbymannschaften teilnehmen.
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